Veröffentlichung Literaturüberblicksarbeit zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Im BiPsy-Teilprojekt „Versorgungsmonitor Psychotherapie“ wurde kürzlich eine systematische Literaturüberblicksarbeit zum Stand der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland publiziert.

Die Studie mit dem Titel „Scoping Review: Outpatient Psychotherapeutic Care for Children and Adolescents in Germany – Status Quo and Challenges in Assessment“ wurde im Februar 2025 in der Fachzeitschrift „Frontiers in Public Health“ veröffentlicht.

In dieser umfassenden Übersichtsarbeit untersuchten die Autor:innen Kristin Rodney-Wolf und Julian Schmitz den aktuellen Stand der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Dafür wurden Daten aus epidemiologischen Studien zur psychischen Gesundheit junger Menschen, Abrechnungsdaten gesetzlicher Krankenkassen sowie Befunde aus Befragungen von Behandler:innen, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien analysiert und zusammengeführt.

Ein zentrales Ergebnis der Studie zeigt, dass trotz eines im internationalen Vergleich gut ausgebauten deutschen Gesundheitssystems erhebliche Lücken in der flächendeckenden und zeitnahen Bereitstellung ambulanter Psychotherapie bestehen. Während bis zu ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen im kassenärztlichen System eine Diagnose einer psychischen Störung erhält und etwa ein Sechstel einen Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung hat, haben nur maximal 2 % Zugang zu einer solchen Therapie.

Zudem identifizierten die Autoren ein Fehlen von systematischen, längsschnittlichen und umfassenden Untersuchungen zu psychischer Gesundheit und psychosozialer Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Diese benötigt es jedoch, um dem Bedarf an psychosozialer Versorgung adäquat begegnen zu können.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer datenbasierten Reform der derzeitigen Bedarfsplanung ambulanter Behandlungskapazitäten. Eine solche Reform ist entscheidend um die Versorgungskapazitäten bedarfsgerecht auszubauen und den Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung für Kinder und Jugendliche in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

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